Wer war Astrid? Und warum diese Seiten?

Astrid Vetter war die Frau, mit der ich 10 Jahre lang zusammen sein durfte. Ich habe mit ihr sehr viele schöne Momente erlebt, große (wie z.B. Reisen) wie auch kleine (z.B. Milchcafés in unserem Lieblingscafé oder verbummelte Sonntag-Nachmittage mit Mrs. Marple- oder Don Camillo-Filmen). Und ich habe sie drei Jahre lang bei einem Kampf begleitet, den sie nicht gewinnen konnte. Astrid hatte Brustkrebs, der viel zu spät festgestellt wurde. Sie durfte nur 35 Jahre alt werden. Sie ist am Morgen des 22.12.2004 gestorben - trotz der langen Krankgengeschichte für mich sehr plötzlich und schnell.

Ich habe Astrid sehr geliebt und tue das immer noch.

Warum nun diese Internetseiten?

Zum einen, das gebe ich gerne zu, ist das ein Stück weit Therapie für mich. Es tut mir gut, Fotos zusammen zu suchen und mich daran zu erinnern, wann und wo diese aufgenommen wurden. Es tut mir gut, meine Erinnerungen an meine 10 Jahre mit Astrid aufzuschreiben. Natürlich tut das auch weh, es ist eine Art bitter-süßes Gefühl. Aber ich merke dabei mehr und mehr, dass ich sehr viele schöne Erinnerungen an meine Zeit mit Astrid habe. Wenn auch der Schmerz momentan noch viel größer ist als die Dankbarkeit, so bin ich doch jetzt schon sehr dankbar, dass ich diese Zeit und die vielen schönen Erlebnisse haben durfte. Selbst wenn ich den Rest meines Lebens ohne Partnerin verbringen sollte, so weiß ich doch, dass ich eine intensive und erlebnisreiche Liebe erleben durfte - und das ist sicher mehr, als ganz vielen anderen Menschen vergönnt ist.

Da ist aber auch noch mehr. Ich bin überzeugt davon, dass Astrid in ihrem Kampf gegen den Krebs alles richtig gemacht hat. Trotz dieser Krankheit, gegen die sie rückblickend betrachtet einfach nicht gewinnen konnte und die einen frühen Tod sehr wahrscheinlich machte, hat sie ihre letzten drei Jahre sehr genossen und sehr intensiv gelebt, womit ich mit "intensiv" nicht verzweifelt und hektisch meine. Ich bin mir sicher, dass es für sie sehr schöne und ereignisreiche Jahre waren. Sie hat mit dieser Krankheit gelebt, aber nicht ausschließlich für diese Krankheit. Sie hat sie nie verleugnet, ist völlig offen damit umgegangen, ohne dass man das Gefühl hatte, die Krankheit ist der Mittelpunkt ihres Lebens. Ich möchte auf diesen Seiten auch versuchen zu beschreiben, wie Astrid ihr Schicksal gemeistert hat. Vielleicht kann ich ja für den ein oder anderen Betroffenen ein paar hilfreiche Tipps oder Fingerzeige geben. Das gilt im überigen auch für die Begleiter und Hinterbliebenen von Kranken, denn auch wenn ich mit meiner eigenen Rolle nicht immer ganz einverstanden war/bin, so kann ich doch aus eigenem intensiven Erleben Einiges erzählen (Was habe ich richtig gemacht? Und was hätte ich rückblickend gerne noch getan oder gesagt?).

Und schließlich sind diese Seiten für alle da, die die Erinnerung an Astrid wach halten möchten.Astrid hat es - obwohl sie eigentlich ein ruhiger und zurückhaltender Mensch war - verstanden, Freundschaften zu pflegen und aufzubauen. Ein schönes Zeugnis hiervon war ihre Beerdigung am 28.12.2004, an der sehr viele Freunde und Verwandte teilgenommen haben. Ich danke Euch allen, auch für die vielen Zeichen der Freundschaft in Astrids letzten Wochen. Ich hoffe, diese Seiten, diese Bilder und diese Erinnerungen helfen Euch, an Astrid zu denken und - bei allem Schmerz - dafür dankbar zu sein, dass wir sie kennen durften. Und übrigens: Diese Seiten sollen leben und fortentwickelt werden. Ich freue mich auf Ergänzungen, Korrekturen und insbesondere über Bilder, die ihr vielleicht noch von Astrid habt. Sendet sie mir zu und ich werde sie einbauen - versprochen! Es würde mich auch freuen, wenn Ihr Euch im Gästebuch verewigt und hinterlasst, welche Erinnerungen Ihr an Astrid habt (.... und natürlich gerne auch, wie Euch diese Seiten gefallen!).

Liebe Grüße

Oslo & Köln, Februar 2005

Michael Ashauer